ž7#¹ ¹     . NNNN X bb¼xN– ¶ß*  ßĻßß ßßßßßßARS ELECTRONICA - FALTERTXT Selbstdenkende Raeume Einmal im Jahr, so gegen Schulschluss und vor der Fernreise, wird Linz zum Zentrum von Medienkunst, Interaktionsinstallation und Kommunikationsexperiment - kurz, zum Epizentrum jener Kunst, die aus der Steckdose kommt. Seit 15 Jahren gibt es die Ars, seit 1989 zeichnet die Peter Weibel-Theoriefabrik fuer das Programm verantwortlich, mit brandaktuellen Neuschoepfungen und der Direktleitung zur Wissenschaft. Das Thema 94: intelligente Ambiente. Denken Sie nicht an Le Corbusier und seine Wohnmaschine: hier geht es um sich verselbstaendigende, selbstdenkende Raeume. Die Vorreiterrolle der Kunst ist bei technischen Entwicklungen dieser Art freilich laengst pass. Forschung betreiben heute die militaerischen science and research-centers im Siliziumsand amerikanischer Wuesten, die Testlabors der Gentechnik-Industrie und das Forschungszentrum Cybersdorf bei Wien. Der Kunstbetrieb gibt die Schlacht dennoch nicht verloren - aus allen moeglichen Wissenschaftsbereichen holt er sich die interessantesten Begriffe und fetzigsten Details, um das eigene Vokabular anzureichern. Dass die Kunst hier auf ihre Autonomie bewusst verzichtet, ist an sich ja kein Problem, eher wuenschenswert - wenn sie nur ihrerseits etwas Produktives, Neues beisteuern wuerde. Kann sie aber zu oft nicht und wird dann zum elektrisierten Ornament, zum Techno-Kitsch oder zu rechenintensiver Langeweile im Datenraum. Und bei der Ars? ,,Diese Ausstellung gibt einen ersten Einblick in die neue Kunstrichtung Cyber Art und die damit verbundene neue Sicht auf die Evolution der Technologie." So steht+s geschrieben im Buch zur Ars Elektronica 94 - schnell stornieren wir die Bestellung fuer den ersten berblicksband zur nunmehr ueberholten Kunstrichtung - wie hiess sie doch gleich - Konto- ... Konnex-... Konvex-Kunst, und schreiben den neuen Begriff in das gruene Merkheft: Cy-ber-Art. Im Linzer Design-Center wird Cyber Art ausgestellt. In der Mitte des Raumes hat Fareed Armaly als Praesentator schwarze Kabinen zu einem weissen Block zusammengefasst - lauter kleine ,,intelligente Ambiente". Diese Raeume haben eine ,,kuenstliche Intelligenz" (wer kann sich an dieses Zauberwort noch erinnern?!), die sie auf die Umwelt reagieren lassen. In den strengen Kammern der Interaktion pfaucht und zischt es, wenn sie jemand betritt (Architexture). Ein Spiegel verweigert das Bild, wenn man ihm zu nahe tritt (Carsten Moeller). Man freut sich ueber die Reinkarnation der 3D-Brille, die Omnipraesenz des Videobeams und atemberaubende Leistungen der verschiedenen Mikroprozessoren. Auch im Brucknerhaus finden sich solche digitalen Muskelspiele, etwa bei Bob O+Kanes ,,Vorhang von Lascaux", der den Interaktionisten in eine dargestellte Oberflaeche ,,einrechnet". Fazit: noch immer ist man nicht weggekommen vom wilden Spiel mit der tollen Technik. ,,Das Medium ist oft nur ein Geraet" stutzt Greg Hilvary die McLuhansche These vom Medium als Botschaft fuer die Medienkunst zurecht. Und Geraeteausstellungen nennt man Produktmessen - so hat sich die Ars auch dieses Jahr wieder praesentiert Ein Beispiel: In Bahnhofshallen finden sich immer wieder kleine Modelleisenbahn-Landschaften. Man kann sich einen Zug aussuchen, und bestimmen, wie schnell er fahren soll. Das ,,Bar Code Hotel" von Perry Hoberman funktioniert aehnlich: Alle drei Mitspieler (Hotelgaeste!) bestimmen neue Protagonisten fuer den Aktionsschirm, steuern und veraendern sie. So weit, so Computerspiel - das innovative dieser Arbeit besteht in der Verwendung von Strichcodes und Lesestiften zur Steuerung: Wie an der Supermarktkassa steht nun der Ausstellungsbesucher mit dem Stift in der Hand vor einer Palette mit Strichcodes: Code eins laesst einen Ventilator erscheinen, Code zwei macht ihn groesser, Nummer drei dreht ihn, und so fort. Die Bar Codes koennte man freilich durch hundsordinaere Druckknoepfe ersetzen - bloss wie nennt sich dann das ,,Hotel"? Ausserdem ist Hobermans grosser Game Boy der Publikumsrenner. Jeffrey Shaw laesst vor dem goldenen Kalb niederknien - ein weisser Sockel traegt einen LCD-Schirm, in dem wiederum der weisse Sockel zu sehen ist, auf ihm allerdings nicht noch ein Schirm, sondern ein computergraphisches Goldkalb. Wie man die Position des Schirmes veraendert, bekommt man auch die neue Position des Objekts geliefert - als ob der Schirm ein Filter waere, der Unsichtbares sichtbar macht. ,,Wenn alles gesagt und getan ist, bleibt nur noch die Reflexion des Begehrens", so steht es auf dem Kalb zu lesen, so abgeklaert pathetisch koennte auch das Schlusswort lauten. Oder wuenscht jemand eine Fortsetzung? Auf genau der anderen Seite der Ausstellungsflaeche geht es jedenfalls weiter mit Exponaten, die konkrete Aufgaben erfuellen: Ein sprechendes Fieberthermometer, ein Geraet zur Farbenerkennung, ein Telefon, zu dessen Bedienung ein Pfiff ausreicht. Es handelt sich hierbei um Produkte, die Behinderten den Alltag erleichtern sollen, technische Prothesen, die den Lebensaum ,,intelligenter" machen. Dagegen gibt+s nun wirklich nichts zu sagen. Auch nicht dagegen, dass diese Produkte als Cyber Art ausgestellt sind - den Nutzniessern ist das mit Sicherheit herzlich egal. Und der Behinderte als solcher wird in der Cyber Art zu dem, was die Kunst so gerne waere: ,,Der Behinderte, der mit Hilfe von technischen Prothesen lebt, wird zu einer Modellfigur, zur Avantgarde des Designs und der technischen Evolution." Die Cyber Art aber laeuft Gefahr, sich in Endlosschleifen von Autoreferenz und Belanglosigkeit zu erhaengen. uxÄ{į|įƒ5„5’üV|N.ū¢ü („NewYorkåYäY‰+ŒX :nsfnt"vers.FONT:FONDF. ’’ ć˜ ćæ ćĆNew YorkNew YorkNew York’p’üV|¹Ėśō @ 45|¶ūCˆĮBnoµżB„ŹS’Łc§ø¹FŒŌ_|}Ā  N “ Ų  h Æ š 3 { ¼  F Œ Ć  + , l ­ ņ-qøō8}ĀJа±õ:{»GŒŌ !hÆņ3w¼K’Łe­ø¹ūöööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööö#P a  ޹¹ -¹P’’D’’Ė ¹ !Š‹Œ‘’“Ø©­®Æ±³¹ŚäåęēéóōõśžnCDEyĒkŅ %ę› 4"""R"S&7*Œ,’-0-1-2-323(3)3*3+3,3P3Q3R3S3T3…3†3‡3Ŗ3°3²8ą8į8ā8ć8ź8ė:+:0:Š:‹: :”:¢ HH 0’ģ’ļ4AdxŽhh  šd'’œ’« EA .h¦ˆ¦ˆÄB@H-:StyleWriter II  HelveticaĄ€€(^(Ć2